|
Wo man auch hinschaut, überall ist man hierzulande in
irgendeiner Art von feuchtem Nass umgeben. Bäche, Flüsse, Seen, Meere, Regen
und Schnee. In Gedanken an diese riesigen Wassermengen verstehen viele Menschen
nicht, warum Wasser knapp werden soll und der Preis für Trinkwasser ständig
angehoben wird. Leider können von den anscheinend unerschöpflichen
Wasserreserven der Erde nur geringe Teile für die Trinkwassergewinnung sinnvoll
genutzt werden.
Kalter Kaffee werden Sie sich sagen, denn seit vierzig Jahren
hat sich daran doch nichts geändert, also warum steigen jetzt die
Trinkwasserpreise? Grob gesagt hat das zwei Ursachen: Die Nachfrage nach
Trinkwasser ist in den letzten 40 Jahren durch die Bevölkerungszunahme und die
Erhöhung des privaten Prokopf-Verbrauchs von täglich ca. 90 auf 130 Liter,
erheblich gestiegen. Dabei ist der erhöhte Verbrauch in der Industrie zur
Herstellung unserer Konsumgüter noch gar nicht mitgerechnet.
Gleichzeitig ist aber das Angebot von einwandfreiem Grund-
bzw. Rohwasser drastisch gesunken. Denn obwohl man von dem "natürlichen
Wasserkreislauf" spricht, ist durch die zunehmende Verunreinigung des
Grundwassers mit Nitraten, Pestiziden und anderen chemischen Verbindungen, durch
die gestiegene Bodenversiegelung und durch die extensive Ausbeutung die
Regeneration des Grundwassers stark gefährdet. Schon heute müssen die
deutschen Wasserversorgungsunternehmen jährlich ca. 2 Milliarden Mark für die
Wassergewinnung und -aufbereitung ausgeben, um genügend Trinkwasser in der
gesetzlich geforderten Qualität produzieren zu können. Experten schätzen,
daß in Zukunft der technische Aufwand für die Trinkwassergewinnung und die
damit verbundenen Kosten noch erheblich steigen werden.
Durchschnittlicher Wassergebrauch
pro Person und Tag
Trinken |
ca. 1 Liter |
Kochen |
ca. 4 Liter |
Geschirrspülen |
ca. 2-3 Liter |
Waschen |
ca. 9 Liter |
Zähne putzen |
ca. 1 Liter |
Baden (zweimal
wöchentlich) |
ca. 30 Liter |
Duschen (zweimal
wöchentlich) |
ca. 20 Liter |
Waschmaschine |
ca. 20 Liter |
Wohnung reinigen |
ca. 3 Liter |
Toilette |
ca. 30 Liter |
Autowäsche |
ca. 3 Liter |
Blumen gießen |
ca. 1 Liter |
Gartenbewässerung |
ca. 1 Liter |
| Gesamtgebrauch: |
ca. 126 Liter |
| pro Person und Tag |
|
Tipps zum Wassersparen und Gewässerschutz
Topfgucker
- Beim Salat- und Gemüseputzen das Wasser in einer Schüssel oder einem Eimer
auffangen und zum Blumengießen verwenden.
- Das Wasser, das zum Kochen und Dünsten von Kartoffeln und Gemüse verwendet
wurde enthält viele wertvolle Nährstoffe. Es kann als Gemüsedrink getrunken
oder als Basis für die nächste Gemüsesuppe oder den nächsten Eintopf
verwendet werden. Oder zumindest zum Blumengießen.
Tellerwäscher
Fast jeder dritte Tropfen Wasser im Haushalt wird zum
Geschirrspülen verwendet. Maschinen-Spülmittel reagieren äußerst aggressiv,
sie sollten daher sparsam dosiert werden.
- Voll beladen und im Sparbetrieb sinkt der Verbrauch Ihrer Spülmaschine um
fast die Hälfte. Denken Sie daran: Wasser ist Leben.
- Auf Klarspüler verzichten! Ein Spritzer Essig wirkt ebenso. Klarspüler
enthalten Tenside, die auf dem Geschirr haften bleiben und mit der nächsten
Mahlzeit im Magen landen.
- Handwäsche braucht nicht weniger Wasser. Auch hier gilt: Spülmittel
wirken nicht erst, wenn es richtig schäumt. Ein Spritzer reicht
tatsächlich. Töpfe und Pfannen werden auch ohne "chemische
Keulen" wieder makellos sauber. Das meiste besorgen ohnehin die
mechanische Bewegungen des Reibens oder Bürstens und das heiße Wasser.
Selbsttrocknende Spülmittel haben den gleichen Effekt wie Klarspüler in
der Maschine. Deshalb: Verzichten Sie darauf!
- Für das Nachspülen reicht wenig fließendes Wasser. Nicht das zweite
Spülbecken mit klarem Wasser füllen – nach wenigen klargespülten Teilen
schwimmt das Spülmittel auf der Oberfläche und legt sich beim Herausnehmen
des Geschirrs wieder darauf! Entweder das Spülbecken zu Beginn nur zur
Hälfte füllen und das Geschirr darüber klarspülen oder das
Klarspülwasser im zweiten Becken sammeln und zum Vorspülen der nächsten
Ladung nutzen.
- Durchflussbegrenzer für den Wasserhahn kosten nicht viel und helfen
Wasser zu sparen. Die Anschaffungskosten sind schon nach wenigen Monaten
amortisiert.
Badewannenkapitäne
- Duschen statt baden; das bedeutet 30-50 Liter statt 150-180 Liter
Wasserverbrauch.
- Während des Einseifens die Dusche abstellen.
- Duschen mit Thermostaten oder Einhandmischern versehen, um sofort die
gewünschte Temperatur zu haben; darauf ist besonders bei der Erst- und
Neuinstallation zu achten.
- Gleiche Wirkung hat der Einbau eines Kugelventils; die Nachrüstung ist
einfach und für ca. 40,00 DM erschwinglich.
- Sparduschköpfe anbringen (Druchlaufbegrenzung auf 12 l/Min.).
- Durchlaufbegrenzer am Waschbecken einsetzen (6 l/Min.); der Wasserstrahl
wird durch einen höheren Luftanteil verstärkt, das bedeutet gleiche
Reinigungsleistung mit weniger Wasser (Preis für einen Perlator: ca. 5,00
DM).
- Beim Zähneputzen das Wasser abstellen; Zahnputzbecher verwenden!
- Bei der Nassrasur zum Abspülen des Rasierapparats lieber wenig Wasser ins
Becken füllen als das Wasser ständig laufen zu lassen.
Das "Stille Örtchen"
- Bei "kleineren Geschäften" werden nur 2-3 Liter Wasser zu Spülen
benötigt. Die Benutzung der "Spartaste" hilft 40-60% des
Spülwassers zu sparen!
- Alte Spülkästen können mit einem Wasserspareinsatz nachgerüstet werden.
(Erkundigung bei Sanitärgeschäften, in Baumärkten oder im
Naturwarenhandel). Neue Spülkästen sind i.d.R. mit einer Spartaste vesehen,
dennoch bei der Anschaffung darauf achten.
- Auch Druckspüler gibt es in der Sparversion. Ein Austausch alter
Druckspüler macht sich schon nach kurzer Zeit durch das eingesparte Wasser
bezahlt. Noch besser wäre, die gesamte Toilette gegen eine moderne
auszuwechseln. Auch das rechnet sich!
- Beim Hausbau sollte eine Regenwasseranlage (auch Grauwasseranlage genannt)
eingeplant werden. Das Regenwasser wird über die Dachfläche aufgefangen,
gereinigt und für die Toilettenspülung verwendet. Dafür muss ein zweites
Leitungssystem eingeplant und installiert werden. Eine solche Anlage kostet
ca. 6.000 DM, die sich schon nach wenigen Jahren amortisiert haben.
Täglich rauschen Abfälle durch die Toiletten ins Abwasser
und von dort in die Kläranlage. Das "Stille Örtchen" ist kein
Müllschlucker!
- Zigarettenstummel, Q-Tips oder Hygienebinden gehören in den Mülleimer!
Sie können nicht nur die Rohre verstopfen, sondern müssen mit großem
Aufwand aus dem Abwasser herausgefiltert werden. Das gilt auch für
Küchenabfälle. Organischen Hausmüll entsorgen Sie am besten auf den
Komposthaufen oder – wenn vorhanden – in der Biotonne. Denken Sie daran:
Wasser ist Leben. Darum:
- Farbreste, Terpentin und sonstige Lösungsmittel gehören wie alte
Kosmetika und Reste von Medikamenten weder in die Toilette noch in den
Abfalleimer. Sie zählen zum Sondermüll. In jeder Stadt und jedem Kreis
gibt es Sondermüllsammelstellen oder Schadstoffmobile. Viele Apotheken
nehmen überflüssige Tinkturen und Tabletten zurück.
- WC- und Abflussreiniger bestehen aus starken Laugen und gehören auf den
Sondermüll. Wer seine Toilette regelmäßig mit Schmierseife ausbürstet,
kann auf die "chemische Keule" verzichten. Harn- oder
Wassersteinablagerungen und Verkrustungen können mit chlorfreiem
Scheuerpulver und/oder Essig (nicht verdünnt) entfernt werden.
Waschtag
- Wasser ist von Natur aus ein sehr gutes Lösungsmittel. Waschmittel deshalb
möglichst sparsam dosieren. Denn: Wasser ist Leben. Jedes Waschmittel
enthält chemische Stoffe, die unsere Gewässer stark belasten.
- Als Faustregel gilt: je weicher das Wasser desto weniger Waschpulver. Es
gibt vier Härtebereiche. Die Härte Ihres Wassers erfahren Sie bei Ihrem
Wasserwerk bzw. bei den Stadtwerken. Eine Hilfestellung zum richtigen Dosieren
findet sich auf jeder Packung. Unser Rat: Weniger tut’s auch!
- Nur waschen, wenn es wirklich notwendig ist: Die Wäschetrommel immer
vollständig füllen.
- Beim Kauf einer neuen Waschmaschine auf sparsamen Wasser- und
Energieverbrauch achten.
- Bei normalem Verschmutzungsgrad kurze Waschprogramme wählen.
- Statt der herkömmlichen Vollwaschmittel lieber Baukastensysteme verwenden.
Das ist die umweltfreundlichste Methode, "sauber" zu waschen.
- Auf Weichspüler verzichten, ein Schuss Essig reicht, aber es geht auch
ohne.
Gärtnern ohne Gift
- Pflanzen brauchen in erster Linie Wasser, Licht und gute Pflege.
Kunstdünger, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel hingegen
vergiften Böden und Wasser. Auf diese Hilfsmittel sollten Sie völlig
verzichten. Denken Sie daran: Wasser ist Leben.
- Durch den Naturdünger vom eigenen Kompost erreichen Sie das gewünschte
Ziel auf biologischem Wege und entlasten Ihren Hausmüll bis zu einem Drittel.
Durch Pflanzenvielfalt schaffen Sie biologisches Gleichgewicht und machen die
chemische Keule überflüssig. Die Allzweckwaffe des biologischen Gärtners
ist der Brennesselsud.
- Gezielt gießen ist besser als "Dauerberieselung". Selbst
verbrannter Rasen regeneriert sich
- Wasser aus der Regentonne ist ideal für den Garten – aber sonst: Finger
weg. Der Hygiene wegen.
- Das Wasser vom Salat- und Gemüseputzen zum Blumengießen verwenden.
Autowaschen und Ölwechsel
- Um unser wichtigstes Lebensmittel, das Wasser, nicht unnötig zu
verschmutzen, werden Autos grundsätzlich in der Waschanlage gepflegt. Denn:
Wasser ist Leben.
- Beim Autowaschen auf der Straße oder dem Hof kann öl- und
reinigungsmittelhaltiges Schmutzwasser ungeklärt in Bäche, Flüsse und das
Grundwasser gelangen. Tankstellen und "Waschstraßen" verfügen
über Ölabscheider, sodass kein Tropfen Öl in den Wasserkreislauf gerät.
- Auf Motor- und Felgenreinigungssprays sollten Sie unbedingt verzichten. Und
einfacher Spiritus schafft klare Sicht nach allen Seiten: Die Scheiben werden
klar und sauber, wenn Sie sie mit Spiritus abreiben. Und im Winter sorgen ein
paar Spritzer Spiritus in der "Scheiben-Wisch-Wasch-Anlage" dafür,
dass das Wasser nicht einfriert. So kann auf teure chemische Frostschutzmittel
verzichtet werden. Übrigens: In der Regel reicht es, den Wagen zweimal im
Monat zu waschen.
- Größte Vorsicht ist beim Ölwechsel geboten. Schon ein Tropfen Öl
verseucht 1.000 Liter Wasser. Altöl kann dort zurückgegeben werden, wo es
gekauft wurde. Besser ist es aber, den Ölwechsel in Fachbetrieben
durchführen zu lassen, da diese über Ölabscheider verfügen.
Heißer Tipp für kalte Tage
Wenn die Tage kürzer werden und Väterchen Frost seine
Vorboten schickt, ist Vorsicht angesagt: Warten Sie nicht, bis die Temperaturen
"in den Keller sacken". Machen Sie Ihr Haus rechtzeitig winterfest.
- Wasserzähler und -Leitungen überstehen frostige Zeiten nur dann
schadlos, wenn sie geschützt werden. Kellerfenster und -Türen sollten
geschlossen bleiben. Zugluft erhöht die Frostgefahr. Vergewissern Sie sich,
dass Zähler und Leitungen nicht zufrieren können. So vermeiden Sie einen
Wasserrohrbruch. Im Zweifelsfall die Installationen mit Isoliermaterial
schützen.
- Entleeren und sperren Sie die Leitungen aller Außenanlagen in Hof und
Garten.
- Zugefrorene Wasserzähler und -leitungen nicht in Selbsthilfe auftauen! Um
Schäden zu vermeiden, wenden Sie sich an einen Fachmann oder direkt an Ihr
Wasserversorgungsunternehmen.
- Die "Wisch-Wasch-Anlage" Ihres Autos braucht keine chemischen
Zusätze. Einfacher Spiritus reicht als Frostschutz.
Schneetreiben
- Der Winter präsentiert der Natur eine gesalzene Rechnung. Schnee und Eis
auf Gehwegen und in Hauseingängen werden immer noch mit Streusalz bekämpft,
das dann über die Kanalisation in die Gewässer gelangt. Verzichten Sie auf
salzhaltiges Streugut. Denn: Wasser ist Leben.
- Kies, Sand Split oder Granulat sorgen für Trittsicherheit auf Straßen und
Gehwegen und schonen gleichzeitig die Umwelt.
Tapetenwechsel
Vor allem im Frühjahr werkeln viele Menschen an der
Verschönerung der Wohnung oder Haus. Jede Renovierung hinterlässt
umweltschädliche Spuren.
- Farb- und Lackreste, Terpentin und andere Lösungsmittel gehören nicht
ins Spülbecken und auch nicht in die Toilette, sonst können sie in Bäche,
Flüsse oder Grundwasser gelangen. Denken Sie daran: Wasser ist Leben.
Schützen Sie unsere Umwelt und Ihre Gesundheit. Farben, Lacke und
Lösungsmittel gehören auf den Sondermüll.
- Schon beim Einkauf mit Umsicht zugreifen. Für Materialien entscheiden,
die als umweltverträglich gekennzeichnet sind.
- Nur schadstoffarme Lacke benutzen, möglichst frei von Schwermetallen und
ohne Lösungsmittel.
- Nicht vergessen: Auch sogenannte schadstoffarme Materialien sind nicht
frei von umweltschädigenden Giften. Auch sie gehören auf keinen Fall ins
Abwasser!
Klar Schiff
Leinen los! Im Sommer stechen die Freizeitkapitäne wieder in
See. Gerade wer jetzt die nahen Gewässer als Regionen der Erholung und
Entspannung nutzt, kann viel dazu beitragen, unnötige Belastungen zu
verhindern. Denn: Wasser ist Leben.
- Ganz klar: Viel sportlicher als ein Motorboot ist ein Segelboot hart am
Wind. Und wer unter prallem Tuch schippert, verursacht keine hässlichen
Ölflecken, verschüttet kein Benzin. Für alle Freizeitkapitäne gilt:
Keinen Abfall in die Gewässer!
- Und jeder kann mithelfen, dass beim "Klar-Schiff-machen" nicht
trübe Hafenbecken zurückbleiben. Statt harter Reinigungsmittel genügen
oft auch ein paar Spritzer Essig oder Zitronensaft, dazu etwas Muskelkraft
und viel Wasser.
- Wer sich selbst in die Fluten stürzt – oder als Surfer Gefahr läuft zu
stürzen -, sollte nicht gerade unmittelbar davon in Sonnenöl oder -creme
geschwelgt haben. Wasser baut diese Fette nur langsam ab.
- Außerdem sind Surfer und Skipper gleichermaßen aufgerufen, Rücksicht
auf die Natur zu nehmen. Sie sollten sich insbesondere fernhalten vom Schilf
am Ufer der Flüsse und Seen. Denn mit der Vitalität dieser wertvollen
Ufervegetation steht und fällt die Selbstreinigung der Gewässer.
Weitere Tipps
- Aus einem undichten Wasserhahn tropfen in einer Stunde bis zu 0,7 Liter; das
sind fast 17 Liter am Tag! Also undichte Wasserhähne und Toilettenspülungen
sofort abdichten (lassen)!
- Umweltschutz- oder Recyclingpapier statt weißes Papier benutzen, da bei
ihrer Herstellung wesentlich weniger Wasser verbraucht wird. Wenn es unbedingt
weißes sein muss sollte es wenigstens chlorfrei gebleicht sein (auf den
blauen Umweltengel achten).
- Beim Einkauf von Haushaltsreinigern auf umweltfreundliche Marken achten!
- Auch der Einkauf von Lebensmitteln aus biologischem oder organischem Anbau
hilft, Wasser zu sparen und trägt zum Gewässerschutz bei, da in den
entsprechenden landwirtschaftlichen Betrieben weniger bzw. keine künstlichen
Düngemittel eingesetzt werden.
|